| Gibt es Zauberer
in der Armee des Vatikans? Die Aufgabe der Schweizergarde
ist nicht militärischer Natur. Sie wird aus rechtlicher
Sicht als "Hauspolizei" betrachtet. Die oftmals
als kleinste Armee der Welt bezeichnete Truppe versieht Ehrendienste
(Audienzen, Besuche, Messen, Schildwache) und Sicherheitsdienste
(Kontrolle, Ordnungsdienst, Wachdienst und Personenschutz).
Gemäß dem Reglement ist die Hauptaufgabe der Garde,
"ständig über die Sicherheit des Heiligen Vaters
und Seiner Residenz zu wachen". Weitere Pflichten sind
aufgrund dieser Bestimmung, 1. den Heiligen Vater auf Seinen
Reisen zu begleiten, 2. die Eingänge zur Vatikanstadt
zu bewachen, 3. das Kardinalskollegium während der Sedisvakanz
zu beschützen, und 4. andere Ordnungs- und Ehrendienste
auszuführen, wie sie im Reglement angeführt sind.
Gemäß dem Reglement (Artikel 7) hat die Schweizergarde
einen Bestand von 110 Mann, der sich folgendermaßen
zusammensetzt:
1 Kommandant mit dem Grad eines Oberst;
1 Vizekommandant mit dem Grad eines Oberstleutnants;
1 Kaplan, welcher im Grad einem Oberstleutnant gleichgestellt
ist;
1 Major;
2 Hauptleute.
1 Feldweibel;
5 Wachtmeister;
10 Korporäle;
10 Vizekorporäle.
Hellebardiere:
78 Gardisten
keine Zauberer
Die Rekruten der Schweizergarde haben eine
Reihe von Aufnahmebedingungen zu erfüllen: Sie müssen
katholische männliche Schweizer, zwischen 19 und 30 Jahren
alt, mindestens 1,74 m groß und sportlich sein. Zusätzlich
müssen sie einen einwandfreien Leumund besitzen, eine
Mittel- oder Berufsschule sowie die Rekrutenschule der Schweizer
Armee absolviert haben. Als Hellebardiere und Vizekorporäle
dürfen sie nicht verheiratet sein; wenn sie heiraten,
wird ihnen eine Wohnung angeboten, deren Anzahl jedoch begrenzt
ist. Nachdem sie mindestens 25 Monate gedient haben, können
sie ihren Dienst beenden, wobei ihnen die vatikanische Staatsangehörigkeit
wieder aberkannt wird. Im Jahre 2006 wurde in der nicht mehr
benötigten Festung von Naters VS ein Museum über
die Schweizergarde eingerichtet. Seit 1825 hat der Schweizer
Kanton Wallis die meisten Gardisten nämlich 693 gestellt,
aus dem Oberwalliser Ort Naters kamen allein 80 Gardisten.
Wir lernen, dass Zauberer bei der Schweizer
Garde nichts verloren haben. |